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Ära der letzten Geweihjäger – Folge 3: Vorwürfe eines Jägers

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Dominic

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Theaterhauptrolle
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Hinweis: In Ära der letzten Geweihjäger werden Kampf- und Jagdszenen beschrieben. Der Autor bemüht sich um eine sanfte Beschreibung, doch wenn Sie zum Beispiel kein Interesse an Kampf- und Jagdszenen haben, sollten Sie diese Fortsetzungsgeschichte vielleicht nicht lesen.

Ära der letzten Geweihjäger
Folge 3: Vorwürfe eines Jägers
Autor: Dominic Böhm
Erstveröffentlichung: 24.05.2015




„Nein! Nelll!“ Jack erwacht aufgrund seines eigenen Schreis. „Wo bin ich?“ Jack schaut sich um und erkennt, dass er in der Taverne auf dem Boden liegt. „Nelll, warum hat es dich erwischt? Du warst der beste Geweihjäger, den ich je gesehen habe. Das ergibt einfach keinen Sinn.“ Jack ist normalerweise ein Mensch, der nichts an sich heranlässt, doch der Tod seines Partner nimmt ihn sehr mit, auch wenn er es nach außen hin verschleiert und das Bild des harten Jägers aufrecht erhält. Jack ist ein muskulöser Mann, dessen Körper durch die Jagd in Top-Form ist. Mit 44 Jahren zählt er bereits zu den älteren Geweihjägern, denn viele dieser Jäger beenden ihre Karriere aufgrund von Verletzungen bereits wesentlich früher. Sein muskulöser Körper von fast zwei Meter Höhe lässt ihn bedrohlich wirken, doch Jack kann ein lustiger Mann sein, der unter den Geweihjägern eine große Beliebtheit erfährt. Jacks lange Haare, die er stets offen zu tragen pflegt, gleichen farblich seinem Vollbart, welcher weite Teile seines Gesichts bedeckt. Ein Zeichen dafür, dass Jack ein Geweihjäger ist, sind seine Hände, die sehr ungepflegt und mit Narben übersät sind. „Ist alles okay?“ Vilana kommt die Treppe heruntergerannt. „Ich habe dich schreien gehört, Jack. Was ist passiert?“ Jack setzt sich auf. „Nichts. Es ist alles in Ordnung. Ich hatte nur einen Traum.“ Vilana setzt sich auf einen Stuhl. „Von Nelll?“, fragt sie. „Ja, seit seinem Tod träume ich jedes Mal von ihm, wenn ich einschlafe und sobald ich aufwache, vergeht kein Moment, in welchem ich mir Vorwürfe mache.“ Vilana blickt Jack in die Augen. „Du bist jetzt schon seit zwei Wochen hier und du hast immer noch keinem erzählt, was eigentlich da draußen geschehen ist.“ Jack steht auf und setzt sich zu Vilana an den Tisch. Dabei spürt er die Auswirkungen der Trinkgelage, welche er in den letzten Tagen mit Nikta veranstaltet hat. „Es fällt mir schwer, über dieses Erlebnis zu sprechen.“ „Ich kenne dich seit meiner Kindheit, Jack. Du kannst mir alles sagen.“ Jack lächelt. „Wir kennen uns wirklich schon ewig. Ich weiß noch, wie ich diese Taverne einst zum ersten Mal betrat. Du warst noch ein kleines Kind, aber schon damals hast du gewusst, was du wolltest. Die Geweihjäger, welche hier in der Taverne deines Vaters Rast machten, waren von dir begeistert, denn du konntest den Ruf einer jeder Hirschart nachmachen. Du wärst eine perfekte Geweihjägerin.“ „Das mag sein. Aber dieses Geschäft ist nichts für mich. Ich weiß mich zu verteidigen, ja, aber das Töten gehört zu den Dingen, die ich doch lieber vermeiden möchte“, meint Vilana. „Auch wenn du jetzt eine starke Frau bist, höre ich in deinen Worten immer noch das kleine Mädchen von früher.“ „Manchmal bin ich auch noch dieses kleine Mädchen, aber das Leben in diesem Wald und die Gesellschaft von so vielen Geweihjägern hat mich schnell erwachsen werden lassen. Erzähle mir, was mit Nelll geschehen ist. Ich bitte dich darum.“ Jack holt tief Luft, ehe er zu reden beginnt. „Ich kann es nicht genau sagen. Wir sind auf die Jagd gegangen, da wir davon hörten, dass sich zwei Hirsche des Feuers verlaufen hatten. Sie haben aus irgendeinem Grund den Feuerwald verlassen und sind nach Westen gezogen. Nelll und ich beschlossen, die zwei Hirsche zur Strecke zu bringen. Du weißt ja, wie gefährlich es ist, wenn sich Hirsche des Feuers außerhalb des Feuerwaldes aufhalten. Es besteht immer die Gefahr, dass sie mit ihren brennenden Geweihen Feuer entfachen. Wenn sie wütend sind, speien sie Feuer und dann wird es richtig gefährlich, denn so kann es zu großen Waldbränden kommen. Darum wollten wir die beiden Hirsche so schnell wie möglich erledigen. Es war ein leichter Job. Wir haben schon unzählige Hirsche des Feuers erledigt, aber bei diesem Job lief etwas schief.“ Jack macht eine Pause. „Rede weiter. Was ist schief gelaufen?“ Jack schließt die Augen. „Wenn ich das nur wüsste. Ich ging gerade einer Spur nach, als ich Nelll plötzlich schreien hörte. Ich rannte in die Richtung, aus welcher der Schrei kam und da sah ich ihn am Boden liegen. Er war schwer verletzt. Zu schwer. Ich konnte nichts mehr tun. Es war zu spät. Er sagte zu mir, dass ich aus seinem Fehler lernen soll.“ „Du sollst aus seinem Fehler lernen? Das ist natürlich nicht so einfach, da du nicht weißt, was für einen Fehler er begangen hat.“ „Ja, das ist eine der Sachen, die mich so beschäftigten.“ „Hat er noch etwas gesagt?“, fragt die Tochter des Tavernenbesitzers. Jack öffnet seine Augen und nickt. „Ja, eine Sache sagte er noch.“ Jack sieht in Vilanas Augen, dass sie es genauer wissen möchte. „Er hat mich damit beauftragt, einen neuen Geweihjäger auszubilden.“ Vilana greift nach Jacks Hand. „Das ist deine Aufgabe. Ich weiß, es wird dir nicht leicht fallen, da du so lange mit Nelll zusammen gearbeitet hast, aber die Regeln schreiben nun mal vor, dass ihr zu zweit arbeiten müsst, damit ihr euch besser gegen die Hirsche verteidigen könnt, wenn ihr auf die Jagd geht.“ Jack zieht seine Hand weg. „Du verstehst das nicht!“, spricht Jack mit lauter Stimme und haut mit der geschlossenen Faust auf den Tisch. Vilanas Blick verfinstert sich. „Oh, doch. Du machst dir Vorwürfe, weil du Nelll nicht verteidigen konntest, als er von dem Hirsch angegriffen wurde und nun denkst du, dass nicht in der Lage bist, einen neuen Geweihjäger auszubilden.“ Jacks Faust löst sich langsam auf. „Vilana, manchmal vergesse ich, was für eine intelligente Frau du doch bist. Was soll ich tun?“ Vilana greift erneut nach Jacks Hand und blickt ihm durchdringend in die Augen. „Ich bin der Meinung, dass du es Nelll schuldest, einen neuen Geweihjäger auszubilden, aber nicht weil du ihn bei eurer letzten Jagd im Stich gelassen hast, sondern da er dir viele Dinge beigebracht hat und wenn du diese an einen jungen Jäger weitergibst, sorgst du dafür, dass Nellls Fähigkeiten weiterhin in den Diensten der Geweihjäger bleiben. Denke darüber nach. Ich werde mich jetzt wieder schlafen legen. Schlafe auch noch etwas. Morgen solltest du nach Redana reisen.“ Jack zeigt sich verwundert. „Was soll ich denn in Redana? Da war ich schon seit zwei Jahren nicht mehr.“ „Ich denke, etwas Zivilisation wird dir ganz gut tun. Außerdem wirst du dort auf viele junge Männer treffen, die gute Geweihjäger abgeben würden.“ „Ich verstehe“, entgegnet Jack. „Schlaf gut, Jack“, sind Vilanas Worte, als sie aufsteht und wieder nach oben geht. „Schlaf gut“, entgegnet Jack, obwohl er nicht weiß, ob Vilana die Worte noch hören kann.

Fortsetzung folgt




Figuren in dieser Folge:

Jack
Vilana

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