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Ära der letzten Geweihjäger - Folge 6: Hirsch der Hoffnung

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Dominic

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Theaterhauptrolle
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Hinweis: In Ära der letzten Geweihjäger werden Kampf- und Jagdszenen beschrieben. Der Autor bemüht sich um eine sanfte Beschreibung, doch wenn Sie zum Beispiel kein Interesse an Kampf- und Jagdszenen haben, sollten Sie diese Fortsetzungsgeschichte vielleicht nicht lesen.

Ära der letzten Geweihjäger
Folge 6: Hirsch der Hoffnung
Autor: Dominic Böhm
Erstveröffentlichung: 12.08.2015




„Doch, genau so ist es geschehen. Ich schwöre es dir“, meint Neref und die beiden Männer beginnen zu lachen. „Eine unglaubliche Geschichte. Du hast Sachen erlebt, von denen ich nur Träumen kann“, schwärmt Jack. „Ich mag deine Geschichten, Neref, aber es gibt eine Geschichte, die mich besonders interessiert und ich würde mich freuen, wenn du sie mir erzählen würdest.“ „Ich weiß, welche Geschichte du meinst. Wir sind jetzt schon seit zwei Stunden unterwegs. Ich will dich nicht länger warten lassen.“ Neref, ein Mann mit kurzen braunen Haaren und einem sehr männlichen Gesicht, dessen Züge nur von einer kleinen Brandwunde unterbrochen werden, ist ein guter Geschichtenerzähler. Er ist schon seit über zwanzig Jahren Geweihjäger. Das Aufeinandertreffen mit dem letzten Hirsch der Hoffnung fand während seiner Anfangszeit als Geweihjäger statt. „Ich war noch ein Anfänger, als ich mit meinem damaligen Ausbilder in Jupusa, dem Dorf in der Nähe des Feuerwaldes, gastierte. Warst du schon mal in Jupusa?“, fragt Neref und unterbricht damit seine Geschichte. „Ja, ein paar Mal“, gibt Jack zu verstehen. „Ein schönes Dorf. Dort oben hat man seine Ruhe. Ideal, wenn man sich nach einer anstrengenden Jagd erholen möchte. Wir hörten damals, dass ein paar Hirsche der Dunkelheit nachts einen kleinen Bauern ärgerten, indem sie das Getreide auf seinen Feldern zerstörten.“ „Das kommt mir bekannt vor“, flüstert Jack. „Entschuldige, erzähle weiter, Neref.“ Die Legende schaut Jack einen Moment lang an und überlegt, nachzufragen, doch dann beschließt er, mit seiner Geschichte fortzufahren. „Mit diesen Hirschen der Dunkelheit ist nicht zu spaßen. Diese Tiere können sehr gefährlich sein und deswegen nahmen mein Ausbilder und ich unsere schwersten Waffen an uns, als wir zu dem Bauernhof aufbrachen. Wir kamen kurz vor Einbruch der Dunkelheit dort an und erklärten dem Bauern unseren Plan. Er wusste nicht, wie viele Hirsche ihm Ärger machten und deshalb konnten wir nicht ahnen, was auf uns zu kommt. Die Dunkelheit kam und mit ihr auch die Hirsche der Dunkelheit. Fünf Hirsche tauchten auf den Feldern des Bauern auf. Mein Ausbilder und ich nahmen unsere Waffen und pirschten uns von verschiedenen Seiten an die Hirsche heran. Als mein Ausbilder das Zeichen, einen lauten Pfiff, gab, gaben wir uns zu erkennen und stürzten uns auf die Hirsche der Dunkelheit. Mein Ausbilder war ein Experte im Umgang mit kleinen Äxten. Es dauerte nicht lange, bis er einem der Hirsche so viele Wunden zugefügt hatte, dass dieser leblos zu Boden fiel. Ich hatte damals große Mühe, ausgewachsene Hirsche zu bekämpfen, doch es gelang mir, einen Hirsch niederzustrecken. Mit meinem Schwert gab ich ihm den Rest. Wir hatten zwei der Störenfriede erledigt. Drei blieben noch übrig. Diese attackierten uns mit ihren Geweihen. Es war ein schwerer Kampf, denn wir durften den Tieren natürlich nicht in die Augen schauen, da wir sonst auf der Stelle eingeschlafen wären, aber wir schafften es, auch die letzten drei Hirsche auszuschalten. Als mein Ausbilder kontrollierte, ob auch wirklich alle fünf Hirsche tot waren, erhob einer letztmalig seinen Kopf und schaute ihm direkt in die Augen. Ich denke, ich brauche dir nicht zu erklären, dass man sofort einschläft, wenn man in die gelben Augen eines Hirsches der Dunkelheit blickt. Du bist schließlich auch ein erfahrener Geweihjäger, Jack. Mein Ausbilder schlief und ich nahm an, dass es nicht so schlimm sei, denn die Hirsche waren tot, aber da hörte ich, wie sich etwas aus dem Wald näherte. Es waren sieben weitere Hirsche der Dunkelheit. Ich war auf mich alleine gestellt. Mein Ausbilder schlief tief und fest und ich wusste, dass es keinen Sinn hatte, Bemühungen anzutellen, ihn aufzuwecken. Ich hielt mein Schwert fest in der Hand. Die Angst, die ich damals verspürte, war erschreckend. Ich dachte, ich würde jeden Moment sterben. Doch dann, kurz bevor die Hirsche in Reichweite meines Schwertes kamen, blieben sie plötzlich stehen. Mein Blick schweifte von Hirsch zu Hirsch und dabei schaute ich einem der Tiere ausversehen in die Augen, als ich erkannte, dass der Hirsch keine gelben Augen hatte. Der Hirsch hatte braune Augen. Die Hirsche der Dunkelheit drehten sich um und verschwanden wieder im Wald. Ich konnte es nicht glauben, Jack. Ich blickte zum Waldrand und dort sah ich die Umrisse eines weiteren Hirsches. Er bewegte sich unvorstellbar schnell und rannte direkt an mir vorbei. In diesem Moment bekam ich eine Gänsehaut. Der Hirsch verschwand, noch ehe ich ihn genau erkennen oder ich mich bei ihm bedanken konnte. Ich hörte zuvor nur Geschichten über Hirsche der Hoffnung, denn diese Hirsche waren damals schon sehr selten. Wie du weißt, sind sie heute ausgestorben. Jack, mein Freund, dies war das letzte Mal, dass ein Mensch einen Hirsch der Hoffnung sah und er rettete mir sogar das Leben. Ich werde dies nie vergessen. Es gibt einige Menschen, die es mir nicht glauben, dass ich einen Hirsch der Hoffnung gesehen habe. Ich habe ja auch keine Zeugen. Mein Ausbilder schlief und erwachte erst viele Stunden nach dem Vorfall, aber ich weiß, dass ich die Wahrheit spreche und das reicht mir“, sagt Neref selbstsicher. „Ich glaube dir, Neref. Ich habe diese Geschichte schon immer geglaubt und sie aus deinem Mund zu hören, ist einfach wundervoll. Es ist toll, dass wir uns getroffen haben.“ „Das finde ich auch, mein Freund. Aber nun erzähle doch mal, was dich nach Redana führt. Die meisten Geweihjäger kehren nicht oft dorthin zurück und halten sich eher in der Waldtaverne oder in Jupusa auf. „Eine alte Freundin hat mich dazu überredet, nach Redana zu gehen, um mir dort einen Schüler zu suchen.“ „Ah, ich habe mich schon gewundert, dass du noch kein Wort über deinen Partner verloren hast. Was ist denn passiert?“, möchte Neref wissen, aber Jack zögert. „Komm schon. Ich habe so viele Geschichten erzählt. Jetzt bist du an der Reihe, mein Freund.“ Jack erzählt die Geschichte vom Tod seines Partners und lässt dabei keine Einzelheit aus, weshalb seine Geschichte auch sein längeres Saufgelage in der Waldtaverne beinhaltet. „Ich kann verstehen, dass dich der Tod von Nelll mitnimmt, Jack, und natürlich ist es dir erlaubt zu trauern, aber wir dürfen unsere Aufgabe nicht vergessen. Wir werden ausgebildet, um die Menschen in den Wäldern vor den bösartigen Hirschen zu beschützen. Unsere Regeln schreiben vor, dass wir nur zu zweit auf die Jagd gehen dürfen. Du musst dir also einen neuen Schüler suchen, so sind die Regeln.“ „Ich weiß. Ich hoffe nur, dass ich einen fähigen jungen Mann finden werde, der das nötige Talent besitzt, um ein guter Geweihjäger zu werden.“ „Motivierte Männer gibt es immer. Du brauchst einen Schüler, der weiß, wie man am Leben bleibt. Das Leben eines Geweihjägers ist sehr gefährlich, denn jedes Mal, wenn wir auf die Jagd gehen, laufen wir Gefahr, von einem Hirsch der Dunkelheit oder von einem Hirsch des Krieges getötet zu werden.“ „Das ist wahr“, bestätigt Jack. „Was hältst du davon, wenn ich für ein paar Tage in Redana bleibe und dir bei der Auswahl helfe? Ich weiß, was einen guten Geweihjäger ausmacht.“ Jack nimmt das Angebot seines neuen Freundes dankend an.

Fortsetzung folgt




Figuren in dieser Folge:

Jack
Neref

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Ina

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Theaterkomparse
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Auf den neuen Schüler bin ich ja gespannt!

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